
Von Level 2+ bis zum Robotaxi: Aktuelle Entwicklungen im automatisierten Fahren
Zum Thema Automatisiertes Fahren ist ein zentraler Entwicklungsschritt der modernen Fahrzeugtechnik und prägt die Weiterentwicklung von Mobilitätssystemen weltweit. Fortschritte in Sensorik, Softwarearchitektur, Regelungstechnik und künstlicher Intelligenz (KI) ermöglichen zunehmend leistungsfähige Fahrerassistenzsysteme und hochautomatisierte Fahrfunktionen von Level 2+ bis Level 4. Diese Technologien entlasten den Menschen von der Fahraufgabe, steigern Komfort und Effizienz und setzen neue Maßstäbe für die Verkehrssicherheit und Fahrzeugsicherheit. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen an Fahrzeugentwicklung, Systemarchitektur und Absicherung komplexer Funktionen. Im Mittelpunkt automatisierter Fahrfunktionen stehen Systeme zur Quer- und Längsführung, die das Fahrzeug sicher auf der Spur halten, Abstände regeln und selbstständig auf dynamische Verkehrssituationen reagieren. Die technische Grundlage bilden hochentwickelte Sensorkonzepte, insbesondere Kameras, Radar- und Lidarsysteme, Verfahren zur Sensorfusion und Umfeldmodellierung sowie leistungsfähige zentrale Steuergeräte und Rechnerplattformen. Diese Komponenten arbeiten in hochintegrierten Systemarchitekturen zusammen, die sichere Kommunikation, Redundanz und Fehlertoleranz gewährleisten müssen. Sicherheitsaspekte sind für das automatisierte und autonome Fahren von zentraler Bedeutung und werden bereits in der Design-Phase adressiert. Neben der funktionalen Sicherheit nach ISO 26262 gewinnen Konzepte wie Safety of the Intended Functionality (SOTIF) an Bedeutung, da sie Risiken adressieren, die nicht aus Fehlfunktionen, sondern aus unvollständiger Abdeckung von Nutzungsszenarien resultieren. Zur Absicherung komplexer Systeme kommen strukturierte Validierungsansätze zum Einsatz, darunter simulationsbasierte Tests, szenarienbasierte Absicherungsmethoden und Erprobung unter realitätsnahen Bedingungen auf Teststrecken und in Versuchsanlagen. Parallel zur technologischen Entwicklung verändern sich rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen. Nationale Regelungen wie § 1a StVG sowie internationale Vorschriften definieren, unter welchen Voraussetzungen automatisierte Fahrzeugsysteme am Straßenverkehr teilnehmen dürfen und wie Verantwortlichkeiten zwischen Fahrer und System geregelt sind. Das Zusammenspiel aus Technik, Sicherheit und Recht bildet damit die Grundlage für eine sichere, verantwortungsvolle und gesellschaftlich akzeptierte Einführung automatisierter Fahrfunktionen und wird die Mobilität der Zukunft maßgeblich beeinflussen.
Zielsetzung Teilnehmende erhalten einen fundierten Überblick über den aktuellen Stand automatisierter Fahrfunktionen, deren technische Grundlagen und sicherheitsrelevante Aspekte. Rechtliche Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Use Cases werden gemeinsam entwickelt, entsprechende Anforderungen an Fahrer und System formuliert. Marktimplementierungen wie Mercedes Drive Pilot, Waymo One, Ford BlueCruise oder Tesla FSD werden eingeordnet. Ein Abriss zur aktuellen Forschung rundet das Seminar ab.
Veranstaltungsort: Essen
Termin: 14.09.2026 – 15.09.2026
www.hdt.de/VA-00062
